Zusammen mit ihrem Trainerpaar Hildegard und Wilfried Klauk machten sich 16 Tänzer aus der Dienstags-Breitensportgruppe der Redoute am 24.11.2011 auf den Weg nach Marienthal.

In der Nähe von Altenkirchen findet man das ehemalige Franziskanerkloster Marienthal, dessen Wurzeln bis ins 17. Jahrhundert zurückreichen. Seinen klösterlichen Charakter konnte das Haus während seiner wechselvollen Geschichte bis heute bewahren. Es dient nun als stimmungsvoller Ort für Lehrgänge und Tagungen und in einem der vier großen Konferenzräume konnten die Teilnehmer sogar tanzen.
Sie wohnten dort in den ursprünglichen Mönchsklausen, die sind heutzutage zwar einfach aber modern eingerichtet. Eine besondere Note verleiht den Zimmern der Blick durch die Sprossenfenster in das wild-romantische Marienthal. Alle 28 Zimmer verfügen über ein Waschbecken. Duschen und WCs sind auf jeder Etage vorhanden. Die Küche von Haus Marienthal hat nichts mehr gemein mit der vermeintlich kargen Kost der Franziskaner, das Essen war sehr gut und reichhaltig. Abends erwartete die Teilnehmer ein gemütlicher Platz in der Klosterkellerbar.
Ute und Otto Meißner, die diesen besonderen Ort für das Treffen ausgesucht hatten, hielten für die ganze Zeit von Freitag bis Sonntag ein anspruchsvolles Programm für die Tänzer bereit. Gleich nach dem Frühstück machten sie unter fachkundiger Anleitung von Ute Gymnastik. Sie zeigte ihnen auch Übungen aus der Pilates-Methode, ein systematisches Ganzkörpertraining zur Kräftigung der Muskulatur, primär der Beckenboden-, Bauch- und Rückenmuskulatur.
Es folgten Tanzübungen, bei denen das Führen, die Haltung und ganz besonders die Fußarbeit trainiert und verbessert wurden. Außerdem hatten die Tänzer Gelegenheit, sich auf die DTSA-Abnahme vorzubereiten. Ein Mixer-Tanz wurde eingeübt. Mixer sind einfache Tänze im großen Kreis, bei denen nach jedem Durchspiel (meist nach 32 Schritten) jeder einen neuen Partner bekommt.
Auch Square Dance wurde eine Stunde lang trainiert. Dieser Tanz entstand aus einer Vielzahl von europäischen Tänzen während der Besiedlung Nordamerikas und kam nach Deutschland mit den amerikanischen Soldaten am Ende des zweiten Weltkrieges. Zu flotter Musik (nicht nur Western- sondern auch Pop- und Rock-Sounds) tanzen Gruppen von je vier Paaren nach Ansagen eines Callers. Es wird nur gegangen, vorwärts, seitwärts, manchmal auch rückwärts. Die einzige Figur in Tanzhaltung ist der „Swing". Die Ansagen des Callers lassen immer wieder neue Formationen entstehen und zum Schluss steht jeder Tänzer wieder an seinem Ausgangsort. Die Tänzer brauchen sich keine Abfolgen zu merken, müssen aber lernen, die Figuren nach Zuruf zu tanzen.

Am Samstag zeigte Ute nach der Gymnastikstunde, wie Menuett getanzt wird. Das Menuett, aus dem Französischen von „menu pas" (kleiner Schritt), ist ein alter französischer Volkstanz und war ein beliebter Gesellschaftstanz im 17. Und 18. Jahrhundert.
Am Nachmittag kam Bernd Andres, Gründer, Abteilungsleiter und Trainer der Tanzsportabteilung "Lahngold" im VfL Altendiez und nahm zusammen mit Ute Meißner zwölf Tänzern das goldene Tanzsportabzeichen ab. Dafür wurden von jedem Paar fünf Tänze mit jeweils mindestens acht verschiedenen Figuren gefordert. Trotz großer Aufregung haben es alle geschafft. Anschließend erhielt jedes Paar eine ausführliche Rückmeldung und Begründung der erreichten Punktzahl bzw. eine Empfehlung, was noch verbessert werden könnte.
Am Sonntag hatten alle Tänzer noch die Gelegenheit zu einem herrlichen Spaziergang und zum Kirchgang. Der Raum der kleinen Kapelle im Haus Marienthal ist aus Kirschholz und Bruchsteinen gebaut. Die Geschichte der angrenzenden Wallfahrtskirche „Zur Schmerzhaften Mutter" reicht bis zum Jahr 1460 zurück.
Wie so häufig fing dort alles mit einer Legende an: Ein Hirte aus Hamm schnitzte 1423 ein Bildnis der Muttergottes und stellte es unter einer Eiche auf. Viele Menschen kamen, um dort Andacht zu halten und oft erfolgten Wunder. Als der Hirte gestorben war, trug man die Statue in die Hammer Kirche. Merkwürdigerweise stand sie schon am nächsten Tag wieder an ihrer alten Stelle, und so oft man den Versuch wiederholte - das Bildnis kehrte jedes Mal an seinen alten Platz zurück. 1666 erfolgte die Grundsteinlegung zum Bau eines Klosters an der Stelle des Bildnisses, 1704 der Einzug durch die Marienthaler Franziskaner Patres. 1982 wurde die Bildungsstätte „Haus Marienthal" in den Gemäuern des Klosters gegründet.
Nach einer letzten gemeinsamen Mahlzeit machten sich die Tänzer auf den Heimweg. Das war wirklich ein sehr interessantes, abwechslungsreiches Tanz- und Gesundheits-Wochenende im Haus Marienthal.
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Der 1. TGC Redoute Koblenz + Neuwied veranstaltet am 28. April 2012 in der Sporthalle Oberwerth die Europameisterschaft der Amateure in den Standardtänzen.
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